Das „Boat Race“ 2017; es gibt keinen zweiten Platz, nur den Verlierer.

Am Sonntag, den 2ten April fand wieder traditionsgemäß das berühmte „Boat Race“ zum 168sten Mal auf der Themse in London statt. Als Abschluss unseres Urlaubs in der britischen Hauptstadt, haben wir uns das sportliche Spektakel angeschaut und mit gefiebert.
Eine gut positionierte Sitzbank am Ufer, gegenüber vom „Harrods Depository“* und kurz vor der Brücke bei Hammersmith, wurde von uns nach deutscher Art frühzeitig erobert.
Vor dem großen Rennen gab es eine Parade von historischen Gondeln und Klinkerboote. An der Spitze der mini Armada lief die majestätische Barke der Königin langsam hervor. Von 10 Ruderern getrieben, war das Goldblatt verzierte Boot ein richtiges Highlight. Leider war die Königin nicht an Bord (Sonntag ist ja Wäschetag) sondern eine Menge VIP´s, die einen wahrnehmbaren Duft von Pimm`s und Champagner hinter sich ließen.
Als sich die Hubschrauber langsam über der Skyline in unsere Richtung bewegten, wussten wir, dass der Startschuss gefallen war. Das erste Achter Rennen der Frauen war für die Oxford Mannschaft nichts anderes als eine Katastrophe. Nach dem gefangenen Krebs am Start, waren die Cambridge Ladies nicht mehr einzuholen. Schon bei unserem Standort waren die Light Blues sechs Längen im Voraus. Pech für die Dark Blues, aber „That´s rowing. Better luck next year!”
Bei den Männern sah es anders aus. Das Rennen war hart umkämpft, aber nach 6,8 KM und schnelle 16:59 Minuten unter top Bedingungen, gewann Oxford zum feierlichen 80sten Mal, 1 ¾ Längen vor Cambridge.
Trotzt der vielen dekorierten Ruderer, die teilweise am Rennen mitrudern, und auch die Ruderer, die nach dem Studium eine Profikarriere im Rudersport fortsetzen, ist das Boat Race auf internationaler Ebene wenig von Bedeutung. Aber: es steht für Tradition, sportliche Rivalität und die Akzeptanz, dass man nicht immer gewinnen kann, aber man kämpft trotzdem bis zum letzten Schlag. Mit 250.000 Zuschauern an der Themse und die Millionen von Fernsehzuschauer weltweit, ist es auch die Werbung für den Rudersport schlechthin. Nach 198 Jahren gehört das Rennen mittlerweile zur Englischen Kultur wie Afternoon Tea oder Harrods Tüten.
Unser Nachmittag an der Themse war toll, es hat sich auf jeden Fall gelohnt dabei zu sein.

John Boyt